Tagebuch 29. November-5. Dezember

Aus Réunion 2004-2005

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29. November-1. Dezember

Zum Beginn der Vorweihnachtszeit wird die Struktur hier etwas flexibler gestaltet, auch wenn dann der Begriff Tagebuch nicht mehr so ganz zutrifft.


29. November

Heute hat Barbara den Adventskranz mit in die Schulen genommen (dafür war er eigentlich da). Den Schülern hat sie ja ganz gut erklären können, was das ist. Bei den Eltern, die nachmittags vor der Schule gewartet haben, hat er dann allerdings für Aufsehen gesorgt.


30. November

Chouchou im Querschnitt
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Chouchou im Querschnitt

Heute abend haben wir mit Indie, Yvonne und Maria-Lourdes den Film Zoolander von und mit Ben Stiller auf französisch angeschaut.


1. Dezember

Nachdem wir uns die ganze Zeit nicht an die Chouchous getraut haben, war es heute endlich soweit: Wir haben einen Chouchou-Salat zubereitet. Dazu müssen die Chouchous erst geschält und gestückelt werden und dann etwa 20 Minuten gekocht. Der Eigengeschmack der Christophinen ist relativ gering, so dass die Salatsoße entsprechend intensiv gewürzt sein sollte.


3./4. Dezember

3. Dezember

Heute bekamen Barbaras Schüler den Adventskalender beigebracht. Inzwischen gibt es hier auch welche in den Supermärkten zu kaufen. Das es pro Tag aber nur ein Stück Schokolade gibt, war einigen der Schüler noch neu. Heute abend wollten wir eigentlich ins Kino gehen, aber die Reihenfolge der beiden Filme war anders als in der Zeitung angegeben. Wir kamen um 21 Uhr ans Kino, der Film, den wir sehen wollten, waere aber erst um 23:00 Uhr gekommen. Also haben wir zu Hause mit Yvonne und Indie Tatsächlich Liebe auf englisch angeschaut. Dazu haben wir Litschi-Bier probiert, aber es schmeckt nur Christian und das auch nur, wenn er dabei nicht an Bier denkt. Während dem Film haben wir es draußen das erste Mal während unserem Aufenthalt auf der Insel donnern gehört, und es hat sehr stark geregnet. An sich nichts ungewöhnliches für die Jahreszeit, denn so langsam beginnt die Regenzeit.


4. Dezember - Barbara

Zur Feier des Tages durfte Barbara ausnahmsweise auch Samstags arbeiten. Von 8:30 Uhr bis 11:30 war ein Treffen der Fremdsprachenlehrer der Grundschulen von Tampon, damit sie sich untereinander austauschen.

Abends waren wir in einer Pizzeria essen. Wir waren zum Glück so rechtzeitig da, dass wir ohne Reservierung einen Tisch bekamen. Kurz bevor wir zahlen wollten, wurde es allerding etwas eng und wir beeilten uns mit dem Aufstehen. Dafür bekamen wir auf Kosten des Hauses noch etwas Rum mit eingelegten Früchten.

5. Dezember

Heute haben wir unsere erste richtige Wanderung gemacht. Mit dabei waren Sybrandus, Lynn, Alison, Indie und Yvonne. Ausgangs- und Zielpunkt des Rundweges war das kleine Dorf Plaine-des-Grègues. Nach dem Regen der letzten beiden Tage haben wir auch heute wieder eher feuchtes Wetter erwartet, doch die Sonne brannte unbarmherzig auf uns nieder (um hier mal ein Klischee zu bemühen) - Christian hat im Nacken und im Gesicht etwas zu viel Sonne abbekommen.

Rundum (fast) nur Meer
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Rundum (fast) nur Meer

Wie fast alle Wanderungen auf Réunion war es eine Bergwanderung. Wir waren von 9:30 bis 15:30 zu Fuß unterwegs und haben natürlich unterwegs Mittag gemacht. Die Berge haben Hänge mit über 60° Steigung, und ein Teil des Wegse verläuft beinahe gerade die Berge hinauf- und hinunter. Das bedeutet, dass ein Großteil der gut ausgebauten Wege aus Treppen besteht, die Stufen haben, die an vielen Stellen 20 Zentimeter tief und einen halben Meter hoch sind. Besonders beim Abstieg geht das natürlich auf die Gelenke. Ob die Aussicht nun für die Strapazen ausreichend entschädigt hat, ist Ansichtssache, sie war aber auf jeden Fall beeindruckend. Weiterhin konnten wir unterwegs die Vegetation bewundern und bekamen eine Menge Kröten, kleine Vögel und zwei große Spinnen zu sehen. Es flogen auch viele Schmetterlinge herum, die mit ausgebreiteten Flügeln handtellergroß sind.

Unterwegs trafen wir noch auf einen Bekannten von Sybrandus, dessen Brüder, wie sich herausstellte, Parfüm-Distillerien in der Nähe betreiben, die auch angeschaut werden können. Eigentlich wollten bei einer davon nochmal kurz vorbei schauen, aber wir sind dann doch einen anderen Weg nach Hause gefahren. Insgesamt waren wir mit der Fahrt neun Stunden unterwegs und wieder froh, zu Hause zu sein.



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