Tagebuch 6.-12. Dezember

Aus Réunion 2004-2005

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Entschuldigung für die lange Pause in der Berichterstattung. Als kleine Entschädigung gibt es einen Nachtrag zum Eintrag vom 5. Dezember: Fotos von unserer Wanderung bei Plaine-des-Grègues.

Inhaltsverzeichnis

6. Dezember

Heute bestand dringender Bedarf für einen Großeinkauf. Yvonne wollte auch mitkommen, hatte allerdings selber vormittags Unterricht, Barbara nachmittags. Also fuhren wir am Nachmittag nach Bras-Creux zur Schule und setzten dort Barbara ab, während Yvonne und Christian weiter zum Supermarkt Leader Price fuhren. Kleiner Haken an dem Plan: Während Barbaras Unterricht um 13:30 Uhr beginnt, haben die meisten Geschäfte hier am Montag erst ab 14 Uhr geöffnet (also vormittags gar nicht). So war es auch bei Leader Price. Also fuhren Yvonne und Christian anders als beabsichtigt zuerst zum weiter entfernten Géant. Dieser Supermarkt hat am Samstag abend sogar bis 21 Uhr geöffnet, doch Montag vormittags dasselbe: Erst um zwei werden die Türen geöffnet.

Dummerweise müssen dann alle réunioner Großfamilien ihre zur Neige gegangenen Vorräte wieder aufstocken, so dass der Einkauf in den beiden Supermärkten - fünf Minuten voneinander entfernt - insgesamt eineinhalb Stunden in Anspruch nahm. Gerade mal fünf Minuten vor Barbaras Unterrichtsschluss um 15:55 Uhr waren die anderen beiden wieder an der Schule, ohne die Einkäufe vorher ausgeladen zu haben, wie es ursprünglich geplant war.

Barbara hat in der Schule heute Nikolaus gespielt (allerdings ohne entsprechende Verkleidung:) Die Schüler mussten Lieder singen oder je nach Jahrgangsstufe Gedichte aufsagen und bekamen dann einen Bonbon als Belohnung.

Am Abend haben wir uns im Kino noch den Film "Wie ein einziger Tag" angeschaut.


7. Dezember

Gestaltung der Tischplatte
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Gestaltung der Tischplatte
Kartoffelsalat, Quarkspeise, Lachsröllchen und Makkaroni-Auflauf
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Kartoffelsalat, Quarkspeise, Lachsröllchen und Makkaroni-Auflauf
Auch das Dodo war da
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Auch das Dodo war da

Heute vormittag war in der Schule in 14ème Blutspenden. Nach ihrem Unterricht traf Barbara auf die Direktorin, die sie auch gleich zum Mitmachen einlud. War natürlich Ehrensache für sie. Dumm nur, dass die Helferin, die ihr die Nadel in den Arm steckte, eine blutige Anfängerin war (sorry, das war zu verlockend). Die Vene hat sie wohl verfehlt, Blut kam nur wenig, dafür schmerzt es jetzt, als ob noch eine Nadel drin stecken würde. Das Angebot, es doch dann lieber mit dem rechten Arm zu probieren, lehnte Barbara dann aber dankend ab.

Am Abend war bei Indie und Yvonne eine Party. Alle Gäste sollten ein typisches Gericht aus ihrem Land mitbringen. Der deutsche Beitrag: Erdbeerquark und Pina Colada von Yvonne und Kartoffelsalat von uns. Christians Vorhaben, Laugengebäck herzustellen, wurde vorerst auf Eis gelegt. Weitere Speisen war Kartoffelkuchen (Réunion), Kartoffelkuchen (Spanien), Makkaroni-Käse-Auflauf (U.S.A.). Außerdem gab es Lachs mit Frischkäse und Indie steuerte leckere indische Gerichte bei.

8.-10. Dezember

Dekoration zum Jahresende in St.-Pierre
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Dekoration zum Jahresende in St.-Pierre
Markt in Tampon
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Markt in Tampon
Marktszene
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Marktszene
Korbstand am Markt in Tampon
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Korbstand am Markt in Tampon

Am Mittwoch gab es bei uns mal wieder gefüllte Aubergine (wir berichten so selten von unserem Speisezettel, weil er eben nicht weiter ungewöhnlich für Mitteleuropäer ist) - die Auberginen sind aber hier so riesig, dass uns zu zweit eine halbe Aubergine immer noch zu viel war. Mittwoch nachmittag wollten wir an den Strand, aber wir haben uns verspätet und waren erst am Abend dort.


Deswegen am Donnerstag ein erneuter Versuch, uns am Strand auch zu sonnen. Fürs Abendessen haben wir uns dann bei einem Imbissstand ein gebratenes Hühnchen gekauft, des erste Mal Poulet Roti auf Réunion. Na ja, eigentlich sollten wir uns auf so einer tropischen Insel mit dem vielen frischen Obst und Gemüse ganz automatisch gesund ernähren, aber so ganz klappt das nicht immer.


Beim freitäglichen Marktbesuch hat Christian drei Fotos gemacht.

11. und 12. Dezember

Ausflug nach Grand Bassin

Güter-Seilbahn für Grand-Bassin (Foto: Indie)
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Güter-Seilbahn für Grand-Bassin (Foto: Indie)

Für dieses Wochenende hatten wir unseren ersten Ausflug geplant, der länger als einen Tag ging. Zu acht besuchten wir das kleine Dorf Grand Bassin. Neben den üblichen Verdächtigen Alison, Indie, Lynn und Yvonne waren noch Florence und Gereon dabei. Die beiden kommen aus Wuppertal, aber zur Zeit aus St.-Denis und sind daher schon am Freitag nachmittag angereist und haben bei Yvonne und Indie übernachtet. Freitag abends sind wir mit ihnen noch kurz nach St.-Pierre gefahren.

Der "Brautschleier" aus der Nähe
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Der "Brautschleier" aus der Nähe

Am Samstag sind wir dann in aller Früh zum Busbahnhof gelaufen, um von dort mit dem Bus zu Ausgangspunkt unserer Wanderung zu fahren. Grand Bassin ist ein Tal, das von Steilhängen eingeschlossen ist. In einem Dorf mit etwas verstreuten Häusern leben etwa 30 Leute, deren Hauptbeschäftigung es ist, Touristen wie uns eine Unterkunft und etwas zu Essen anzubieten. Es existieren keine Straßen, die in das Tal führen, demnach auch keine Autos. Mehrere Wanderwege führen in das Tal, die meisten davon ziemlich steil. Die Vorräte werden per Seilbahn in das Tal transportiert.

Beim Abendessen
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Beim Abendessen

Wir wählten für Auf- und Abstieg den kürzesten aber auch steilsten Weg - 670m Höhenunterschied auf 2 Kilometern. Wir verbrachten einige Stunden an dem beeindruckenden Wasserfall, der seiner Gischt wegen Brautschleier heißt. Am späten Nachmittag gingen wir wieder zurück zu dem Dorf, dass wir schon auf dem Hinweg passiert hatten. Dorten bezogen wir unser Gîte, also die Unterkunft. Am Abend gab es dort dann kreolisches Essen: Rhum arrangé mit Bibasse (frei übertragen: in Rum eingelegte Mirabellen - tatsächlich handelt es sich um die Früchte der Wollmispel), Baba figue (die männliche Blüte der Banane), Morue (=Kabeljau) und Chouchou-Auflauf.

Am nächsten Morgen nach einem etwas einseitigen Frühstück machten wir uns wieder an den Aufstieg, für den wir etwa drei Stunden benötigt haben. Endpunkt unseres Ausfluges war ein großer Picknickplatz, von dem aus es einen guten Blick auf das ganze Tal gibt. Weitere Attraktion dort ist eine Wasseruhr (eine Zeituhr, kein Verbrauchszähler) ähnlich der im Europa-Center in Berlin am Kudamm. Es gibt auch einen französischen Zeitungsartikel über dieses Ausflugsziel.

Von dort ließen wir uns dann mit einem Sammeltaxi abholen, denn am Sonntag fahren leider keine Busse von dort.

Hier gibt es noch mehr Fotos.


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