Tagebuch 13.-19. Dezember
Aus Réunion 2004-2005
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Inhaltsverzeichnis |
14. Dezember
Heute war sie überall in den Medien: Die Autobahnbrücke von Millau, die heute eingweiht wurde. Eigentlich hat das überhaupt nichts mit unserem Aufenthalt auf La Réunion zu tun. Doch um ein Haar wären wir jetzt dort, wo die Autos über die Wolken fahren, nur wir wären unter den Wolken. Wir hatten uns schon fast für Millau im französischen Zentralmassiv entschieden, als Ende September die Zusage für Réunion kam.
15. Dezember
Heute waren wir in St. Pierre einkaufen. Dummerweise ist Mittwoch nachmittag eine schlechte Zeit zum Einkaufen, weil da die Schulen und viele andere frei haben. Wir mussten uns also erstmal in den Stau stellen. Dann konnten wir endlich die Geschäfte in St.-Pierres Fussgängerzone erkunden, die bisher vor allem eine Baustelle war.
16. und 17. Dezember
Die letzten zwei Tage Schule vor den Sommerferien! Wir wohnen selber ja auch auf einem Schulgelände, haben aber bisher kaum Lärm gehört. Doch diese beiden Tage ist hier ein Basketball-Turnier, dass von nachmittags bis spät am Abend aus schlechten Lautsprechern mit schlechter Musik beschallt wird, unterbrochen von unverständlichen Durchsagen.
In Barbaras Schulen ist dagegen eher wenig los. Viele Schüler halten es gar nicht mehr für nötig, zu erscheinen. Manche mussten schon etwas eher in den Urlaub fliegen, andere werden für die Weihnachtseinkäufe benötigt. Mit dem Unterrichtsende am Freitag nachmittag haben für Barbara die Ferien begonnen. Am 27. Januar geht der Unterricht für sie wieder weiter.
18. Dezember
Heute vormittag waren wir zuerst auf den Markt in St.-Pierre, wo es neben Nahrungsmitteln hauptsächlich Kunstgewerbe, Schmuck, Kleidung, Souvenirs und Haushaltsgegenstände gibt. Danach haben wir uns in der Médiathèque mit Büchern, CDs und einer DVD eingedeckt. Hier kann bis ins neue Jahr mehr ausgeliehen werden, weil zwischen den Jahren Inventur gemacht wird. Dann sind wir bei Manuelle vorbeigefahren und haben sie mit nach Le Tampon genommen. Bei uns hat es nämlich angenehm kühle 25°, während in St.-Pierre den ganzen Sommer über fast immer eine schwüle Hitze herrscht. Am Nachmittag sind wir dann zusammen auf den Weihnachtsmarkt in Bourg-Murat. So ganz unsere mitteleuropäischen Ansprüche erfüllte er allerdings nicht. Es gab hauptsächlich Kunstgewerbe, und die Stände standen nicht unter freiem Himmel, sondern in nüchternen Markthallen. Punsch oder Glühwein mussten wir vergeblich suchen, obwohl uns dort auf der Hochebene bei etwa 16° dann doch etwas fröstelte.
Abends musste der Ferienanfang gefeiert werden, also sind wir mit Alison, Lynn, Yvonne und Indie in die Pizzaria. Dort war aber eigentlich eine geschlossene Gesellschaft: Die Besitzer feierten dort mit geladenen Gästen den letzten Abend, bevor sie über Weihnachten schließen. Wir gaben uns allerdings als Touristen aus, die sonst nie mehr wieder kommen könnten und durften bleiben. Allerdings mussten wir uns der Kleiderordnung für den Abend unterwerfen - alle sollten verkleidet erscheinen - und bekamen zu diesem Zweck einige übrige Karnevalsutensilien gestellt.
19. Dezember
Natürlich mussten wir auch heute Advent feiern, dieses Mal natürlich den vierten. Eigentlich wollten wir am Abend noch auf ein Blues-Konzert, aber es goss aus Kübeln beziehungsweise Backsteine beziehungsweise Hunde und Katzen. Also sind wir zu Hause geblieben.